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    Shop aufbauen23. Oktober 20267 Min Lesezeit

    Shopify Zahlungsarten in Deutschland: Shopify Payments, PayPal, Klarna und was vorher zu klären ist

    „Welche Zahlungsarten braucht mein Shop, und wie bekomme ich sie hinein?“ Diese Frage stellt sich vor dem Start und noch einmal, wenn Kunden nach Rechnung, PayPal oder Klarna fragen. Die gute Nachricht: Zahlungsarten werden bei Shopify in den Einstellungen aktiviert, meist ohne Code. Die weniger gute: Es gibt drei verschiedene Wege, und sie lassen sich nicht beliebig mischen. Dieser Text sortiert sie für Händler ohne technischen Hintergrund.

    Vorab eine Einordnung

    Alle Angaben zu Funktionen und Bedingungen stammen aus der Shopify-Hilfe, Stand Oktober 2026. Shopify ändert Anbieter, Länderlisten und Bedingungen immer wieder, prüfen Sie wichtige Punkte deshalb vor einer Entscheidung noch einmal in Ihrem Admin und in der Hilfe. Gebühren nenne ich hier nicht: Laut Shopify hängen sie bei Shopify Payments vom Tarif ab, und bei anderen Anbietern von deren Konditionen. Rechts- und Steuerfragen (zum Beispiel Pflichtangaben im Bestellprozess) kläre ich hier ebenfalls nicht, dafür sind ein Rechtsanwalt oder Steuerberater die richtige Adresse.

    Die drei Wege im Überblick

    1. Shopify Payments: die Zahlungsabwicklung von Shopify selbst, in Ihrem Admin verwaltet.
    2. Drittanbieter und PayPal: ein anderer Zahlungsanbieter für Kreditkarten, und PayPal als eigene Zahlungsart.
    3. Manuelle Zahlungsarten: zum Beispiel Vorkasse per Überweisung oder Nachnahme, bei denen Sie das Geld selbst zuordnen.

    Für viele Shops reicht der erste Weg plus PayPal. Wann die anderen sinnvoll sind, steht weiter unten.

    Shopify Payments in Deutschland

    Laut Shopify-Hilfe sind in Deutschland diese Dinge ohne weitere Einrichtung dabei:

    • Kredit- und Debitkarten: American Express, Maestro, Mastercard, UnionPay und Visa. Sie werden automatisch aktiviert, wenn Sie Shopify Payments einschalten.
    • Beschleunigte Kassen („Accelerated Checkouts“): Apple Pay, Google Pay und Shop Pay, ebenfalls automatisch aktiv.

    Dazu kommen lokale Zahlungsarten, die Sie selbst unter Einstellungen > Zahlungen aktivieren. Sie werden an der Kasse nach dem Standort Ihres Kunden angezeigt, nicht nach dem Standort Ihres Shops. Ein Shop in Deutschland kann also je nach Kundenland unterschiedliche Optionen zeigen. Die Hilfe nennt für Deutschland unter anderem Klarna, Bancontact (Belgien), BLIK und Przelewy24 (Polen), EPS (Österreich), iDEAL | Wero (Niederlande), TWINT (Schweiz) und weitere.

    Klarna

    Klarna ist für viele deutsche Händler ein Thema. Laut Shopify können Kunden damit sofort bezahlen, per Rechnung oder in Raten per Lastschrift oder Kreditkarte; das Geld kommt mit Ihrer nächsten Auszahlung von Shopify Payments, den Rest regelt der Kunde mit Klarna. Welche Klarna-Optionen an der Kasse erscheinen, hängt laut Hilfe vom Land Ihres Shopify-Payments-Kontos, vom Standort des Kunden und von der gewählten Währung ab. Ob „Kauf auf Rechnung“ bei Ihnen tatsächlich angeboten wird, sehen Sie deshalb erst, wenn Sie es in Ihrem Shop prüfen.

    iDEAL | Wero: eine Hürde, die man leicht übersieht

    Wenn Sie Kunden aus den Niederlanden bedienen wollen: Laut Hilfe müssen Sie mit Shopify Payments in Deutschland mindestens 100 Bestellungen abgewickelt haben, bevor Sie iDEAL | Wero aktivieren können. Für einen neuen Shop heißt das: nicht gleich zum Start einplanen.

    Was nicht in der Liste steht

    Auf der Hilfeseite „Customer payment methods with Shopify Payments in Germany“ steht weder PayPal noch SEPA-Lastschrift als Zahlungsart von Shopify Payments. PayPal läuft bei Shopify über einen eigenen Weg (unten). Zu SEPA-Lastschrift steht auf den von mir geprüften Hilfeseiten nichts, ich behaupte hier deshalb nichts: Wenn Sie sie brauchen, fragen Sie den Shopify-Support oder prüfen Sie Ihren Admin.

    Voraussetzungen, die sich vor dem Start lohnen

    Für Shopify Payments in Deutschland verlangt Shopify laut Hilfe unter anderem:

    • eine geeignete Geschäftsart: bestimmte Branchen sind in den Nutzungsbedingungen von Shopify Payments ausgeschlossen, schauen Sie dort nach, bevor Sie viel Zeit in den Shop stecken;
    • ein Bankkonto in Euro, das für SEPA-Überweisungen geeignet ist und eine IBAN eines unterstützten Landes hat. Nicht unterstützt werden unter anderem Sparkonten, Konten, die nur Überweisungen annehmen, Konten mit mehreren Währungen gleichzeitig und Fintech-Dienste, die ein Bankkonto nur nachbilden;
    • Angaben zu Person und Unternehmen zur Prüfung, die Shopify und seine Bankpartner nach den Vorschriften zur Verhinderung von Finanzkriminalität einholen müssen. Es kann sein, dass später noch weitere Angaben angefragt werden;
    • die Zwei-Schritt-Bestätigung für Ihr Shopify-Konto, die für Shopify Payments vorgeschrieben ist (mehr zu Zugängen: Shopify Wartung).

    Der Rat aus der Praxis: Reichen Sie die Prüfung früh ein, nicht am Tag vor dem Launch. Wann Ihr Konto freigegeben wird, kann ich nicht vorhersagen.

    PayPal

    Laut Shopify-Hilfe bekommt jeder neue Shop automatisch ein PayPal-Express-Checkout-Konto; Shopify fragt dafür nach Ihrer E-Mail-Adresse und gibt sie an PayPal weiter. Die Einrichtung sollten Sie zügig abschließen oder PayPal in den Zahlungseinstellungen deaktivieren, wenn Sie es nicht nutzen wollen. Nur der Shop-Inhaber kann die PayPal-Daten bearbeiten.

    Zu den Kosten schreibt die Hilfe: Für alle Transaktionen über Drittanbieter und alternative Zahlungsanbieter fallen Transaktionsgebühren von Drittanbietern an, auch wenn Shopify Payments aktiv ist. Wenn Shopify Payments Ihr Hauptanbieter ist, sind PayPal-Transaktionen davon ausgenommen. Die konkreten Gebühren für Ihren Standort stehen auf der Preisseite von Shopify oder beim Support.

    Drittanbieter statt Shopify Payments

    Wenn Shopify Payments für Sie nicht infrage kommt (zum Beispiel wegen der Geschäftsart oder weil Sie bereits einen Zahlungsanbieter haben), bietet Shopify laut Hilfe über 100 Kreditkartenanbieter an. Ein wichtiger Unterschied:

    • Bei direkten Anbietern bezahlen Ihre Kunden direkt in Ihrem Shop.
    • Bei externen Anbietern gehen sie zum Bezahlen auf eine Kassenseite außerhalb Ihres Shops.

    Sie können einen Drittanbieter allein nutzen oder zusammen mit Shopify Payments. In der zweiten Variante ist der Drittanbieter für Karten zuständig, und Shopify Payments übernimmt zusätzliche Zahlungsarten wie Shop Pay und lokale Zahlungsarten. Dafür gelten Einschränkungen: Es lässt sich nur ein direkter Drittanbieter parallel verwenden, die Wiederholung fehlgeschlagener Zahlungen gilt nur für Karten, und Abo-Zahlungen laufen standardmäßig über den Drittanbieter. Prüfen Sie diese Punkte in der Hilfe, bevor Sie so ein Setup planen.

    Manuelle Zahlungsarten: Vorkasse, Nachnahme

    Für Kunden, die nicht online zahlen wollen, kennt Shopify manuelle Zahlungsarten wie Vorkasse per Überweisung oder Nachnahme. Das funktioniert so: Der Kunde bestellt, die Bestellung steht im Admin als unbezahlt, Sie senden bei Bedarf eine Rechnung, und nach Zahlungseingang markieren Sie sie von Hand als bezahlt und versenden. Dafür fallen laut Hilfe keine Transaktionsgebühren von Drittanbietern an. Der Preis ist der Aufwand: Zahlungseingänge müssen Sie selbst abgleichen. Für Firmenkunden kann das passen, siehe Shopify B2B und Großhandel.

    Verkaufen Sie auch ins Ausland?

    Dann gilt: Die Zahlungsarten an der Kasse hängen vom Standort des Kunden ab, und manche sind an Land und Währung gebunden (EPS zum Beispiel an österreichische Kunden, die in Euro zahlen, TWINT an Kunden in der Schweiz, die in CHF zahlen). Wie das mit Währungen und Märkten zusammenspielt, steht in Shopify Markets: In mehrere Länder verkaufen.

    Eine einfache Prüfliste vor dem Start

    1. Geschäftsart in den Nutzungsbedingungen von Shopify Payments geprüft?
    2. Bankkonto: Euro, SEPA, richtiger Kontotyp?
    3. Unterlagen für die Prüfung bereit und früh eingereicht?
    4. Zwei-Schritt-Bestätigung eingeschaltet?
    5. PayPal eingerichtet, oder bewusst deaktiviert?
    6. Jede aktivierte Zahlungsart auf dem Smartphone bis zur Zahlungsauswahl angeschaut?
    7. Bei manuellen Zahlungsarten: Wer gleicht Zahlungseingänge ab, und wann?

    Wann ein Entwickler hilft

    Für das Aktivieren der Zahlungsarten brauchen Sie in der Regel keinen. Hilfe lohnt sich, wenn eine Zahlungsart nicht erscheint und Sie die Ursache nicht finden, wenn ein bestehender Shop den Zahlungsanbieter wechseln soll (etwa beim Umzug von einem anderen System, siehe WooCommerce zu Shopify) oder wenn mehrere Märkte und Währungen zusammenkommen. Wer dabei zuständig ist, erklärt Shopify Hilfe: Wann das Help Center reicht.

    Häufige Fragen

    Muss ich Shopify Payments nutzen? Nein. Laut Shopify-Hilfe können Sie auch Drittanbieter verwenden. Dann gelten für diese Transaktionen Transaktionsgebühren von Drittanbietern.

    Kann ich PayPal und Shopify Payments gleichzeitig anbieten? Ja. Wenn Shopify Payments Ihr Hauptanbieter ist, sind PayPal-Transaktionen laut Hilfe von den Transaktionsgebühren für Drittanbieter ausgenommen.

    Gibt es Kauf auf Rechnung? Klarna nennt laut Hilfe Rechnung als eine Option; ob sie bei Ihnen angezeigt wird, hängt von Land, Kundenstandort und Währung ab. Prüfen Sie das im Shop.

    Was kosten die Zahlungsarten? Das hängt vom Tarif und vom Anbieter ab. Konkrete Beträge nenne ich hier nicht.

    Passend dazu: Shopify Versand einrichten, damit Kunden an der Kasse nicht an einer Versandlücke scheitern.

    Wie steht es um Ihren Shop?

    Schicken Sie mir die Adresse Ihres Shops für den kostenlosen Shop-Check. Ich schaue mir an, was von außen sichtbar ist, etwa Ladezeit, Apps im Quelltext und die Struktur der Seiten, und sage Ihnen, was auffällt. Dabei arbeite ich nur mit öffentlich sichtbaren Daten, ohne Zugang zu Ihrem Konto. Was ich für Shops mache, finden Sie unter Leistungen.

    Weiterlesen: Shopify Rechnung erstellen: Bestelldokumente · Shopify Checkout anpassen · Shopify Abos einrichten · Shopify Vorbestellung einrichten · Shopify Try before you buy

    Kiril Karatitsyn, Shopify-Entwickler in Deutschland

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