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    Shop aufbauen23. Oktober 20267 Min Lesezeit

    Shopify Rechtstexte und Richtlinien: wo Sie Rückgabe, AGB, Versand und Kontaktangaben pflegen

    Im Shop fehlen die Texte, die jeder Kunde irgendwann sucht: Rückgabe, Versandbedingungen, Kontaktangaben, Nutzungsbedingungen. Shopify bringt dafür einen eigenen Bereich mit, und viele der Texte lassen sich automatisch aus den Shop-Einstellungen erzeugen. Das klingt nach einem Klick und erledigt. Tatsächlich hängen daran ein paar Dinge, die man vorher wissen sollte: Woher die Angaben kommen, was beim Einschalten überschrieben wird und wo die Texte im Shop überhaupt auftauchen. Dieser Beitrag führt Händler ohne technischen Hintergrund durch genau das.

    Vorab eine Einordnung

    Alle Angaben stammen aus der Shopify-Hilfe zum Thema Shop-Richtlinien, Stand Oktober 2026. Das ist keine Rechtsberatung. Shopify schreibt in der Hilfe selbst, dass die automatischen Vorlagen nur zur Information dienen, keine Rechtsberatung sind und nicht garantieren, dass geltendes Recht eingehalten wird. Sie bleiben für die Richtigkeit Ihrer veröffentlichten Texte verantwortlich und müssen sich an das halten, was dort steht. Welche Texte Ihr Shop in Deutschland braucht und wie sie formuliert sein müssen, klärt ein Rechtsanwalt oder ein Anbieter für Rechtstexte. Hier geht es um das Wo und Wie in Shopify.

    Welche Richtlinien es gibt

    Im Shopify-Admin finden Sie sie unter Settings > Policies (Einstellungen > Richtlinien), im Abschnitt „Written policies“. Laut Hilfe verwalten Sie dort:

    • Rückgabe- und Erstattungsrichtlinie (Return policy)
    • Datenschutzerklärung (Privacy policy)
    • Nutzungsbedingungen (Terms of service)
    • Versandrichtlinie (Shipping policy)
    • Rechtliche Hinweise (Legal notice)
    • Kontaktinformationen (Contact information)
    • Abo-Richtlinie (Subscription policy)

    Die Menünamen übernehme ich so, wie die Hilfe sie auf Englisch nennt. Ob der Eintrag „Legal notice“ in Ihrem Fall die Angaben abdeckt, die in Deutschland an anderer Stelle im Shop stehen müssen, sagt die Hilfe nicht. Das ist eine Rechtsfrage. Shopify nennt als weitere Möglichkeit, rechtliche Informationen auf eigenen Seiten zu veröffentlichen, die Sie im Admin anlegen und ins Menü hängen.

    Die Datenschutzerklärung nimmt eine Sonderrolle ein: Sie hat eigene automatische Einstellungen. Wie die funktionieren, steht in Shopify Cookie-Banner und Datenschutzerklärung: was die Einstellungen leisten und was Sie selbst prüfen müssen.

    Automatische Richtlinien: was Shopify übernimmt

    Für vier Richtlinien gibt es laut Hilfe eine Automatik: Rückgabe und Erstattung, Nutzungsbedingungen, Versand und Kontaktinformationen. Eingeschaltet wird sie pro Richtlinie mit dem Schalter Use automated policy (automatische Richtlinie verwenden). Das Einschalten bei einer Richtlinie schaltet die anderen nicht mit ein. Der Inhalt wird aus Ihren Shop-Einstellungen erzeugt und bleibt in Übereinstimmung mit ihnen, wenn Sie später etwas ändern.

    Die Hilfe nennt Fälle, in denen die Vorlage nicht reicht und Sie ergänzen müssen. Dazu gehören:

    • automatisch erneuerte Abos,
    • regulierte Waren, etwa Alkohol,
    • Produkte mit marktspezifischen Regeln, zum Beispiel zu Sicherheit, Kennzeichnung, Kosmetik, Elektronik, Kinderprodukten oder Lebensmittelkontakt,
    • Angebote, die sich an Kinder richten.

    Shopify rät in diesen Fällen zu einem Anwalt. Auch außerhalb dieser Fälle gilt: Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Vorlage jedes Detail Ihres Geschäfts enthält.

    Woher die Angaben im Text kommen

    Die Vorlagen arbeiten mit Variablen, die sich aus den Einstellungen füllen. Wenn im veröffentlichten Text etwas Falsches steht, ändern Sie die Quelle und nicht den Text. Die wichtigsten, laut der Tabelle in der Hilfe:

    • Adresse und Firmenname: aus den Shop-Kontaktdaten unter Settings > General (Store contact details). Ohne Firmennamen nimmt Shopify den Shop-Namen.
    • E-Mail für Rückgaben und Support: die Shop-E-Mail unter Settings > General.
    • Telefonnummer: ebenfalls aus den Kontaktdaten.
    • USt-IdNr.: aus Ihren Steuerregistrierungen unter Settings > Taxes and duties (Steuern und Zölle). Bei mehreren passenden Registrierungen wird die zuerst angelegte verwendet. IOSS-Nummern werden nicht verwendet.
    • Rückgabebedingungen: aus Ihren Rückgaberegeln (return rules).
    • Versandländer: die Länder, die sowohl in Ihren Versandzonen als auch in Ihren Märkten stehen.
    • Bearbeitungszeit: die Bearbeitungszeit (Fulfillment time) unter Settings > Shipping and delivery > Estimated delivery dates. Sie wird nur verwendet, wenn die voraussichtlichen Lieferdaten auf „Manual“ oder „Automated“ stehen.

    Das hat eine praktische Folge: Die Versandtexte sind nur so gut wie Ihre Versandeinrichtung. Wie Zonen und Märkte zusammenspielen, steht in Shopify Versand einrichten: Versandzonen, Versandraten und Fehler, die Kunden an der Kasse stoppen.

    Vor dem Einschalten: was überschrieben wird

    Bei einem bestehenden Shop ersetzt das Einschalten der Automatik den Inhalt der Richtlinie durch die Vorlage von Shopify. Das gilt laut Hilfe auch für eigene Übersetzungen in Sprachen, für die es eine automatische Vorlage gibt. Daraus folgt:

    1. Kopieren Sie den bisherigen Text samt Übersetzungen, bevor Sie den Schalter umlegen.
    2. Lesen Sie die erzeugte Richtlinie, statt anzunehmen, dass Ihre früheren Änderungen erhalten bleiben.
    3. Schalten Sie später wieder aus, bleibt der aktuelle Text stehen. Er wird dann aber nicht mehr automatisch aktualisiert, und Sie pflegen ihn selbst.
    4. Schalten Sie danach erneut ein, überschreibt die Vorlage Ihre eigene Fassung wieder.

    Dasselbe gilt, wenn Sie zwischen automatischem und manuellem Text wechseln und in mehreren Sprachen verkaufen: Prüfen Sie dann auch die übersetzten Fassungen, nicht nur die in der Standardsprache.

    Was in den Texten öffentlich sichtbar ist

    Ein Punkt, den man leicht übersieht: Die Richtlinien sind für Kunden sichtbar und enthalten oft Adresse, Telefonnummer und E-Mail. Die Hilfe weist darauf hin, dass Sie geeignete Geschäftsangaben verwenden sollten, besonders wenn Sie von zu Hause arbeiten. Als Alternativen nennt sie ein Postfach oder eine separate Geschäftsnummer, mit dem Zusatz, dass manche rechtlichen Angaben eine physische Geschäftsadresse verlangen und kein Postfach akzeptieren. Welche Angabe bei Ihnen wo stehen muss, ist wieder ein Fall für den Anwalt.

    Zwei weitere Hinweise aus der Hilfe zum Prüfen: Wenn Sie eine App für Rückgaben nutzen, muss die automatische Rückgaberichtlinie zu den Regeln und Anweisungen in der App passen. Und versprechen Sie keine Lieferzeiten, die Sie nicht einhalten können.

    Manuell schreiben und pflegen

    Gefällt Ihnen die Automatik nicht oder gibt es sie für eine Richtlinie nicht, schreiben Sie den Text selbst. Im Editor sind laut Hilfe HTML sowie Formatierung, Links und Bilder möglich. Wo „Insert template“ (Vorlage einfügen) angeboten wird, können Sie von einer Vorlage ausgehen, bei den automatisierbaren Richtlinien gibt es das nicht. Mit „Save“ veröffentlichen Sie. Auch hier gilt: Sie sind für die Einhaltung der veröffentlichten Texte verantwortlich.

    Wer ein Abo-Produkt per App anbietet, sollte noch einen Punkt kennen: Ist die Stornierungsrichtlinie für Kaufoptionen in den Einstellungen leer, zeigt Shopify den Kunden eine generierte Vorlage an, die im Checkout mit dem Text „Subscription policy“ verlinkt ist.

    Wo die Texte im Shop auftauchen

    Sobald Sie Richtlinien anlegen, verlinkt Shopify sie laut Hilfe automatisch im Footer des Checkouts. Dazu kommen Standardplätze: Die Rückgaberichtlinie steht auf der Seite zur Bestellprüfung, die Versandrichtlinie auf Produktseiten und im Warenkorb. Kunden schauen oft vor dem Kauf nach, deshalb empfiehlt Shopify, die Texte zusätzlich in Menüs oder im Footer der Shop-Seiten zu verlinken.

    So geht das, zusammengefasst:

    1. Im Admin zu Content > Menus gehen und das Menü öffnen, zum Beispiel das Footer-Menü.
    2. Add menu item wählen, einen Namen vergeben und die Richtlinie suchen.
    3. Mit Add bestätigen und das Menü speichern.

    Direkte Links hängen Sie an die Shop-Adresse an, etwa /policies/refund-policy, /policies/privacy-policy, /policies/terms-of-service, /policies/shipping-policy und /policies/subscription-policy. Das hilft, wenn Sie die Texte in E-Mails oder auf Seiten verlinken.

    Einen Sonderfall nennt die Hilfe für kostenlose Shopify-Themes, die nach November 2018 heruntergeladen wurden: Sie zeigen auf Produktseiten einen Link zur Versandrichtlinie. Wer ihn nicht möchte, kann ihn über die Theme-Texte ändern. Im Admin suchen Sie dazu bei „Edit default theme content“ nach „shipping policy html“ und ersetzen den Inhalt durch ein einzelnes Leerzeichen. Das ist der Moment, an dem manche Händler lieber jemanden fragen, bevor am Theme etwas kaputtgeht.

    Frühere Fassungen exportieren

    Änderungen an Rückgabe, Nutzungsbedingungen, Versand, Kontaktinformationen und rechtlichen Hinweisen werden laut Hilfe archiviert, in allen eingerichteten Sprachen. Shopify speichert frühere Fassungen zwei Jahre. Sie exportieren sie über das Menü neben „Written policies“ mit Get past policies, wählen die Richtlinien und das Dateiformat. Die Datenschutzerklärung lässt sich im selben Dialog mitexportieren. Die Hilfe betont, dass Sie selbst dafür sorgen müssen, Änderungen so zu dokumentieren, wie es für Sie nötig ist. Wer Texte ändert, sollte vorher also exportieren.

    Mehrsprachige Shops

    Verkaufen Sie in mehreren Sprachen, prüfen Sie die Richtlinien in jeder Sprache, nicht nur in der Standardsprache. Die Übersetzungen müssen laut Hilfe Ihre tatsächlichen Abläufe und die Zusagen im Text der Standardsprache wiedergeben. Für kritische Auslegungen oder rechtliche Fragen empfiehlt Shopify einen Fachübersetzer. Mehr zur Mehrländer- und Mehrsprachen-Planung steht in Shopify Markets: In mehrere Länder verkaufen, ohne mehrere Shops zu betreiben.

    Checkliste für Ihren Shop

    1. Alle Richtlinien unter Settings > Policies durchgesehen, nichts leer gelassen?
    2. Bei jeder Richtlinie bewusst entschieden: automatisch oder manuell?
    3. Vor dem Einschalten der Automatik den alten Text samt Übersetzungen gesichert?
    4. Adresse, Firmenname, E-Mail, Telefon und USt-IdNr. in den Einstellungen geprüft?
    5. Versandzonen, Märkte und Bearbeitungszeit passen zum Text?
    6. Rückgabe-App und Rückgaberichtlinie sagen dasselbe?
    7. Texte im Footer und in den Menüs verlinkt, nicht nur im Checkout?
    8. Alle Sprachen geprüft?
    9. Texte von einem Rechtsanwalt oder Anbieter für Rechtstexte gegenprüfen lassen?

    Wann ein Entwickler hilft

    Die Texte selbst schreibt kein Entwickler, das ist Sache von Anwalt oder Rechtstexte-Anbieter. Hilfe lohnt sich bei der Technik drumherum: wenn Menüs und Footer neu gebaut werden müssen, wenn Sprachversionen und Märkte durcheinander geraten sind, wenn ein Theme eigene Links auf Versand- oder Rückgabetexte setzt, die geändert werden sollen, oder wenn die Texte bei einer Migration aus einem anderen System mitgezogen werden. Auch laufende Pflege gehört dazu, denn Texte veralten, sobald sich Versand, Märkte oder Rückgaberegeln ändern. Was dabei zu beachten ist, steht in Shopify Wartung: Was die Plattform übernimmt und was in Ihrem Shop liegen bleibt.

    Häufige Fragen

    Muss ich die automatischen Richtlinien nutzen? Nein. Laut Hilfe können Sie die Automatik pro Richtlinie ausschalten und den Text selbst pflegen.

    Gehen meine alten Texte verloren, wenn ich die Automatik einschalte? Bei bestehenden Shops ersetzt das Einschalten den Inhalt der Richtlinie durch die Vorlage, auch eigene Übersetzungen in Sprachen mit Vorlage. Sichern Sie den alten Text vorher.

    Kann ich frühere Fassungen einsehen? Ja. Shopify archiviert sie laut Hilfe zwei Jahre, und Sie exportieren sie über „Get past policies“.

    Ersetzen die Vorlagen einen Anwalt? Nein. Shopify sagt selbst, dass die Vorlagen keine Rechtsberatung sind und keine Rechtskonformität garantieren.

    Was kostet es, die Technik rund um die Texte einzurichten? Das hängt davon ab, was am Shop geändert werden muss. Konkrete Beträge nenne ich hier nicht.

    Wie steht es um Ihren Shop?

    Schicken Sie mir die Adresse Ihres Shops für den kostenlosen Shop-Check. Ich schaue mir an, was von außen sichtbar ist, etwa ob Richtlinien im Footer verlinkt sind, wie Seiten und Menüs aufgebaut sind und was auffällt. Dabei arbeite ich nur mit öffentlich sichtbaren Daten, ohne Zugang zu Ihrem Konto. Eine rechtliche Prüfung ersetzt das nicht. Was ich sonst für Shops mache, finden Sie unter Leistungen.

    Weiterlesen: Shopify Rechnung erstellen: Bestelldokumente · Shopify Geschenkkarten einrichten · Shopify Steuern und MwSt. einrichten

    Kiril Karatitsyn, Shopify-Entwickler in Deutschland

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